Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.
Als Gratifikation wird eine Sonderzahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bezeichnet. Diese ausserordentliche Zulage erhältst du als Arbeitnehmer zusätzlich zu deinem Lohn und zu bestimmten Anlässen. Ob dein Arbeitgeber dir eine Gratifikation ausrichtet oder nicht, ist zu einem grossen Teil seine freiwillige Entscheidung. Auch die Höhe der Zahlung liegt im Ermessungsspielraum des Arbeitgebers. Mit einer Gratifikation wird Arbeit, die bereits geleistet wurde honoriert oder ein Anreiz für gute Arbeitsleistungen in der Zukunft geschaffen. Es handelt sich nicht um Lohn, auch wenn die Summe in folgenden Rechtsgebieten wie ein Lohnbestandteil behandelt wird:
Das bedeutet, dass du als Arbeitnehmer für die Gratifikation Steuern bezahlst, davon Sozialabgaben abgezogen werden und sie bei einer allfälligen Lohnpfändung angerechnet wird.
Auch wenn die Ausrichtung einer Gratifikation grundsätzlich freiwillig erfolgt, kannst du als Arbeitnehmer in bestimmten Fällen eine solche Vergütung einklagen, beispielsweise, wenn es vereinbart wurde, dass sie bezahlt wird. Es gibt ausserdem einen Anspruch auf eine Gratifikation aus Usanz. Auch wenn eine Gratifikation und der Anspruch darauf nicht Bestandteil des Arbeitsrechts ist, gibt es eine bundesgerichtliche Rechtsprechung. Demnach besteht ein klagbarer Anspruch auf eine Gratifikation, wenn sie bisher
ausgerichtet wurde. Dann wird angenommen, dass eine stillschweigende Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer besteht.
Arbeitgeber richten oftmals die Gratifikation unter dem Vorbehalt aus, dass sie freiwillig erfolgt. Durch die ausdrückliche Anmerkung bei der Auszahlung wollen Arbeitgeber verhindern, dass sie künftig zu einer Gratifikationszahlung verpflichtet sind. Die Freiwilligkeit muss aber echt sein und nicht nur eine leere Floskel. Auch ist es für Arbeitgeber empfehlenswert, auf der Lohnabrechnung die Gratifikation als freiwillige Sondervergütung zu bezeichnen.
Eine Gratifikation darf nicht ohne Gründe einzelnen Arbeitnehmern verweigert werden. Wenn die grosse Mehrheit der Angestellten eine Gratifikation erhält, darf nicht ein bestimmter Arbeitnehmer davon ausgeschlossen werden, solange er keine ernsthafte Pflichtverletzung begangen hat.
Die Besserstellung eines bestimmten Mitarbeiters oder einer Gruppe von Mitarbeitern ist jedoch zulässig, selbst wenn dies willkürlich geschieht. Es müssen also keinesfalls alle Arbeitnehmer gleich behandelt werden. Was aber nicht erlaubt ist, ist die willkürliche Schlechterstellung von Einzelnen. Ein Arbeitnehmer kann auch auf eine Auszahlung einer Gratifikation klagen, wenn es keinen Grund gibt, warum ihm keine Gratifikation ausgerichtet wird, während seine Arbeitskollegen eine erhalten. Im Einzelfall muss dies aber mit einem Anwalt, der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, besprochen werden.
Gratifikationen werden aus unterschiedlichen Gründen bezahlt. Sie werden etwa als Belohnung für besondere Leistungen oder als Anreiz für eine weitere gute Zusammenarbeit zugesprochen. Eine Gratifikation kann an eine Bedingung geknüpft sein. Anlass für eine solche Zahlung kann sein:
Viele Arbeitgeber zahlen dir eine anteilsmässige Gratifikation, wenn du während des Jahres in ein Unternehmen eintrittst. Wenn du aber im Laufe eines Jahres austrittst, bekommst du oftmals nichts. Gemäss der Rechtsprechung muss dein Arbeitgeber dir die Gratifikation nicht ausbezahlen, wenn das Arbeitsverhältnis vor dem Eintritt der Ausrichtung der Sonderzahlung endet. Auch wenn eine Kündigung vorliegt, kann es sein, dass du keine Gratifikation mehr erhältst. Ob dies zulässig ist, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein und muss mit einer Fachperson abgeklärt werden.
Ein 13. Monatslohn ist im Gegensatz zu einer Gratifikation immer ein Lohnbestandteil und damit ein Teil deines Arbeitsentgelts, das dir gemäss Arbeitsrecht zusteht. Er wird im Arbeitsvertrag festgelegt. Das sind schon die Hauptunterschiede zwischen einem 13. Monatslohn und einer Gratifikation. Der 13. Monatslohn ist, wie der Name sagt, ein Monatsgehalt. Dieses wird zusätzlich zu den zwölf normalen Monatslöhnen gezahlt. Wurde er vereinbart, hast du Anspruch auf 13 Monatslöhne pro Jahr. Wann innerhalb des Jahres du den zusätzlichen Monatslohn erhältst, ist aber nicht festgelegt. Es ist also auch möglich, dass du ihn monatlich, halbjährlich oder erst im Dezember erhältst. Die Modalitäten der Auszahlung können je nach Arbeitgeber erheblich variieren.
Als Arbeitnehmer freut man sich darüber, wenn der Vorgesetzte einmal im Jahr eine Erhöhung der Löhne und Gehälter vornimmt. Im Allgemeinen sollten Lohnerhöhungen so hoch angesetzt sein, dass nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungen noch spürbar mehr Geld auf das Konto kommt. Eine Verpflichtung zur Anhebung der Löhne trifft den Arbeitgeber, wenn sie in Kollektivverträgen für die gesamte Branche vereinbart wurden. Diese Verträge gibt es für fast alle grossen Branchen. Der Grund für Lohnerhöhungen liegt meist darin, dass sie für den Arbeitnehmer einen Ausgleich zum stetig steigenden Preisniveau bieten sollen.
Verstirbt jemand, dann hinterlässt er zumeist einen Nachlass. Seine Nachkommen dürfen erben. Doch wie viel und zu welchen Teilen? Wie genau ist das Erbe im Schweizer Recht geregelt? Grundsätzlich gibt es für solche Fälle eine gesetzliche Erbfolge. Ausserdem können Erblasser mithilfe eines Testamentes und anderen Mitteln ihre Erbteilung regeln. Die Grundlagen des Schweizer Erbrechts finden sich im Schweizer Zivilgesetzbuch. Eine einfache Darstellung der wichtigsten Fragen findest du hier.
Diskriminierung ist ein schwieriges Thema. Wo sie beginnt und wer betroffen ist, ist oftmals eine Sache der Rechtsauslegung. Die Gesetze in der Schweiz sind dahingehend nämlich nicht abschliessend formuliert, sondern Gegenstand einer fortlaufenden gesellschaftlichen und politischen Debatte. Dennoch gehört Diskriminierung jedweder Form zu den unangenehmen Dingen, die fast jeder Mensch, der einer von vielen möglichen Gruppen angehört, schon erfahren hat – sei sie bewusst oder unbewusst durch andere ausgeübt worden. Insgesamt nimmt die Diskriminierung gegenüber verschiedenen Gruppen ab. Doch immer wieder kommt es zu unschönen Diskriminierungsfällen.
Es gibt einige Situationen im Leben, bei denen du um einen Zivilprozess nicht herumkommst und auf den Beistand eines Rechtsanwaltes angewiesen bist. Wie du sicher weisst, sind solche Anwaltskosten aber alles andere als günstig. Hast du also keine Rechtsschutzversicherung, kann es ganz schön teuer werden. Aus diesem Grund sieht es das Gesetz in der Schweiz vor, dass mittellose Personen einen Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtspflege haben. In diesem Fall brauchst du dir also um die Anwalts- und Gerichtskosten zumindest vorerst keine Gedanken zu machen. Um eine solche Beihilfe zu erhalten, musst du allerdings ein entsprechendes Gesuch stellen.
Die eingetragene Partnerschaft in der Schweiz ist für dort lebende homosexuelle Paare die einzige Möglichkeit, ihre Beziehung amtlich eintragen zu lassen. Sie ermöglicht ihnen daher einen rechtlichen Status, der in den meisten Hinsichten einer Ehe gleichgestellt ist. Mit dem Partnerschaftsgesetz folgte die Schweiz 2007 dem internationalen Trend, Homosexuellen, die in einer festen Beziehung leben, eine Rechtsform ähnlich der Ehe anzubieten. Alles rund um das Thema haben wir hier zusammengestellt.
Jeder Mensch hat ein Spezialgebiet, auf dem er völlig problemlos mit allen möglichen Fachbegriffen hantieren kann. Für Aussenstehende kann so ein Gespräch unter Spezialisten schnell zum Buch mit sieben Siegeln werden, wenn man mit den verwendeten Fachwörtern nichts anfangen kann. Das Rechtswesen ist in dieser Hinsicht ein Feld, das ganz besonders fremdartig erscheinen kann, denn auf diesem Gebiet wird häufig mit lateinischen Begriffen und mit einem ausgeprägten Hang zu einer verklausulierten Ausdrucksweise kommuniziert. Einige dieser Begriffe lassen sich aber schnell und unkompliziert erklären, zum Beispiel die Qualifikation des Assessors.